Mit dem neuen 4X-Spiel "Stellaris" von Paradox geht's auf ins Weltall - mit der Rasse eurer Wahl, einem Startplaneten, einem Forschungsschiff, einem Konstruktionsschiff und Kampfschiffen wird euch das Schicksal einer Zivilisation anvertraut, die gerade erst genug über Raumfahrttechnologie gelernt hat, um sich nun vorsichtig in ihrer Nachbarschaft umzuschauen.
Damit für euch der Spielstart nicht zu holprig wird, habe ich euch ein paar Tipps zusammengefasst, die das Tutorial ergänzen sollen - denn das ist glücklicherweise sehr viel ausführlicher als bei "Crusader Kings II" und auch leichter verständlich, aber es gibt natürlich auch ein paar Details, die darin nicht enthalten sind, einem aber so einiges erleichtern.
Kenne Dein galaktisches Imperium - die Übersichtsleiste
Ohne dieses Teil kommt man bei "Stellaris" nicht weit - deswegen solltet ihr euch nach und nach damit vertraut machen, die Übersichtsleiste eures Imperiums immer wieder im Blick zu behalten. Diese befindet sich am oberen Rand des Spielfensters und beinhaltet folgende Teile:
Diese einzelnen Reiter lohnen einen regelmäßigen Beusch:
Regierungsübersicht eures Reiches in Form eures Wappens (mit Infos über Regierungsform, Reichseffekte, das Budget, demographische Daten und politische Richtlinien/Erlasse)
Reichsübersicht (Übersicht über alle eure beherrschten Planeten samt Gouverneur, Bewohneranzahl und Produktion auf dem jeweiligen Planeten)
Kontakte (andere bekannte Völker in der Galaxis, deren Zuneigung zu eurem Volk, Entfernung, Status und eventuelle Bündnisse)
Schiffsdesigner (Übersicht aller konstruierbaren Schiffstypen, bei denen ihr Zubehör, Waffen, Antriebe, Verteidigung auswechseln/eigene Entwürfe basteln könnt)
Situationsprotokoll (hier verfolgt ihr Quests und Forschungsprojekte bzgl eurer Volksgeschichte und Kontakten mit anderen Spezies)
Technologien (hier seht ihr die aktuellen Forscher, deren Projekte und die Forschungsfortschritte in den Bereichen Physik, Sozial und Ingenieur).
Daneben gibt es euer Imperium in Zahlen - zum einen die aktuelle Produktion von
Energie-Credits (die intergalaktische Währung),
Mineralien (Rohstoffe, mit denen ihr Gebäude, Stationen und Schiffe baut),
Einfluss (mit dem ihr Anführer rekrutiert, Aussenposten unterhaltet, diplomatischen Einfluss nehmen könnt); dazu wird euch gezeigt, wie viele
Forschungspunkte in den Bereichen Physik, Soziales und Ingenieur pro Monat reichsweit hinzugewonnen werden.
Daneben gibt es eine Anzeige für
strategische Ressourcen (ich habe noch keine^^), das aktuelle
Planetenlimit des Reiches (hier sind zwei von fünf möglichen Planeten kolonialisiert) und das
Flottenlimit (derzeit hat mein Reich sieben von fünfundzwanzig effizient verwaltbaren Kampfschiffen, hat man mehr, wird der Unterhalt deutlich teurer).
Anhand dieser Leiste könnt ihr im Blick behalten, wie gut es in eurem intergalaktischen Reich gerade läuft - gerade Credits und Mineralien sind zu Spielstart wichtig, um auf die Beine zu kommen und sich schnell ausbreiten zu können, da so ziemlich alles beide Ressourcen zum Bau braucht.
Ressourcenproduktion ist das Rückgrat eines funktionierenden Sternenreiches
Wer viele Schiffe, Aussenposten und Raumstationen bauen will, braucht Geld und Mineralien. Die erhält man bei Stellaris nur, wenn man sie produziert/abbaut. Auf dem Startplaneten gibt es zwar eine grundlegende Produktion, aber die reicht bei weitem nicht aus, um eine Flotte auszustatten.
Geht beider Planetenübersicht auf den Reiter "Oberfläche" und clickt mit der rechten Maustaste auf ein Geländefeld, auf dem sich bereits ein Bewohner befindet, dann seht ihr, welches Gebäude ihr errichten könnt. Jedes Geländefeld bietet eine oder mehrere der Hauptressourcen (Credits, Mineralien, Physik-, Sozial- und Ingenieurforschung). Gibt es auf dem Feld verschiedene Ressourcen, entscheidet ihr euch mit dem Bau eines Gebäudes für die künftig ausgebeutete Ressource.
Wichtig: Nur Geländefelder, innerhalb derer sich ein Bewohner befindet, produzieren Ressourcen. Bewohner könnt ihr frei hin- und herschieben, um die Ressource eurer Wahl zu produzieren. Blockierte Geländefelder müsst ihr entweder gegen Credits und Mineralien räumen (gelb-schwarze Markierung) oder erst eine Räumungsmöglichkeit erforschen (rot-schwarze Umrandung).
Mit fortschreitender Forschungstätigkeit könnt ihr auch bessere Versionen der Grundgebäude errichten - beispielsweise leistungsstärkere Kraftwerke, die mehr Energie-Credits produzieren. Wenn ihr ein vorhandenes Gebäude upgraden könnt, erscheint am rechten oberen Eck des Geländefels eine gelbe Ecke mit Pfeil nach oben darin. Clickt diesen, dann seht ihr, was ihr verbessern könnt.
In so manchen Sternensystemen kann man zwar kleinere Planeten finden, auf denen sich Ressourcenvorkommen befinden, aber keinen kolonialisierbaren Planeten (oder hat die klimatische Kolonialisierungsmöglichkeit eines Planeten schlichtweg noch nicht erforscht) - für einen ordentlichen Zustrom an Ressourcen solltet ihr in einem solchen System ausserhalb eurer Grenzen einen
Außenposten errichten. Schickt ein Konstruktionsschiff mit Eskorte dorthin, um im Stern des Systems den Außenposten zu bauen. Danach könnt ihr an den einzelnen Planeten des Systems Bergbau- und Forschungsstationen errichten.
Zusätzlich markiert ihr damit den Anspruch eures Reiches auf dieses Systems und erweitert damit eure sichtbaren Reichsgrenzen auf der Übersichtskarte der Galaxis. Auch das Startsystem solltet ihr auf diese Weise so schnell wie möglich ausbauen, wenn es entsprechende Rohstoffe gibt - je mehr Ressourcen ihr im Early Game nutzen könnt, desto mehr Möglichkeiten habt ihr.
Wichtig: Der Unterhalt von Aussenposten kostet monatlich 1 Einfluss - also achtet darauf, euch beim Bau von Aussenposten nicht zu übernehmen, um nicht eure Möglichkeiten zu beschneiden.
Auch euer
Raumhafen lässt sich nach getaner Forschung verbessern - ob nun mit Solarmodulen, die Energiecredits beisteuern, Farmpanels, welche die Nahrungsproduktion auf dem Planeten erhöhen oder Hangars, in denen bestimmte Schiffstypen schneller und billiger gebaut werden können, ihr habt hier viel Raum zur Individualisierung:
Forschen, forschen, forschen
Im Early Game von Stellaris geht alles darum, sich die Umgebung des eigenen Startsystems möglichst schnell anzusehen, damit man sich überlegen kann, in welche weitere Richtung man expandieren möchte und wo es Rohstoffe gibt, falls das Startsystem ein bisschen karger ausgefallen ist. Ich empfehle, mindestens ein zweites, wenn nicht gar ein drittes
Forschungsschiff zu bauen, um sich in die umliegenden Systeme zu begeben.
Dabei sollte man generell jede Anomalie erforschen, der man begegnet - auch der Erstkontakt mit anderen Spezies erfolgt über ein Forschungsprojekt eines Forschungsschiffs, da man nicht wie bei Civ auf eine andere Rasse trifft und sofort mit dieser sprechen kann, sondern erst einmal grundlegende Kommunikation erforscht werden muss.
Ebenfalls sollte man
stets aktive Forschungen im Technologie-Sektor laufen haben. Hier gibt es noch einen Trick: Neben jedem Forscher, den ihr engagiert, ist ein Symbol zu finden (beispielsweise ein DNA-Strang in einem grünen, runden Feld, mit dem besonderes Können des Forschers im Bereich Biologie angezeigt wird). Hat das aktuell laufende Forschungsprojekt dasselbe Symbol, spart ihr einen guten Teil der gesamten Forschungszeit!
Mit den
grundlegenden Forschungsprojekten "Wissenschaftliche Methode" (Errichtung von Forschungslabors auf der Oberfläche eines Planeten) "Physik-/Ingenieurlabor" (auf Physik-/Ingenieurforschung spezialisierte Oberflächenlabors) und mit
Forschungsstationen in Systemen könnt ihr die Forschungsleistung eurer Wissenschaftler ordentlich steigern oder mit Forschungen wie "Selbstbewusste Logik" (Physik, eine Forschungsalternative mehr zur Auswahl) erweitern.
Bequeme Flottenverwaltung leichtgemacht
Ohne eine ordentliche Verteidigungsmacht kommt auch das friedlichste Volk nicht aus - denn die Nachbarn sind selten so freundlich und nehmen auf pazifistische Interessen Rücksicht. Glücklicherweise erleichtert "Stellaris" die Verwaltung der jeweiligen Flotte enorm:
Flotte zusammenfassen fügt ein neues Schiff in der Nähe einer vorhandenen Flotte dieser hinzu oder fasst viele einzelne Schiffe zu einer Flotte zusammen: einfach mit dem Mauscursor über einen gehaltenen Linksclick alle gewünschten Schiffe markieren und dann diesen Button betätigen
Flotte anhalten unterbricht den Flug einer Flotte, die ihr irgendwo hingeschickt habt
Zurück lässt die Flotte zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren
Verlegen schickt die Flotte an einen von euch gewählten Zielort
Ziel angreifen lässt die Flotte eine andere oder ein Raumgebäude angreifen
Bodenunterstützung lässt eure Raumschiffe die Bodentruppen bei einem Angriff unterstützen, aber Bombardement aus dem Orbit kann die Oberflächengebäude beschädigen
Flottenhaltung passiv / aggressiv / ausweichend bestimmt, wie sich eure Flotte bei der Anwesenheit von Feindflotten im gleichen System benimmt. Passive Flotten greifen nicht von selbst an, aggressive sehr wohl, ausweichende Flotten ziehen sich in angrenzende Sektoren zurück (hilfreiche Einstellung für Konstruktions- und Forschungsschiffe!)
Flotte reparieren schickt eine Flotte mit beschädigten Schiffen zum nächstgelegenen Raumhafen, um sie dort reparieren zu lassen
Flotte verbessern upgradet Schiffsmodelle, die ihr mit besserer Ausrüstung im Schiffsdesigner ausgestattet und gespeichert habt, am nächsten Raumhafen; die Flotte fliegt nach Betätigung selbständig dorthin und verweilt bis zur Fertigstellung des Upgrades
Flotte aufteilen teilt die vorhandene Anzahl an Schiffen in gleichwertige Flotten auf
Neue Flotte erstellen lässt euch genau selektieren, welche Schiffe in eine neue Flotte verlegt werden
Wenn ihr euch das Herumhantieren mit dem
Schiffsdesigner nicht zutraut, dann könnt ihr Upgrades auch ganz der KI überlassen: wählt einfach die Schiffsklasse aus, die ihr upgraden wollt, und clickt dann rechts unten auf "Automatisch fertigstellen". Die KI fügt dann selbsttätig bessere Ausrüstung ein und funktioniert laut Paradox nach denselben Prinzipien, die auch bei den KI-Gegnern für Upgrades verwendet werden.
Verbesserte Schiffe machen euch den Umgang mit Piraten und dem unfreundlichen, geldgeilen Nachbarn deutlich leichter, doch achtet darauf, dass die Waffen/Verteidigungsausrüstung nach dem Schere-Stein-Prinzip funktionieren: Sich nur auf die Erforschung einer einzigen Waffenart zu konzentrieren hilft nichts, wenn euer Gegner genau gegen diese seine Schiffe ultrastark mit Verteidigungsmaßnahmen hochrüstet.
So - das war's erstmal mit meinen Start-Tipps für angehende Weltraum-Imperatoren! Wenn euch diese Hinweise geholfen haben, im Spiel leichter zurecht zu kommen, freue ich mich über einen Kommentar. Sollte eurer Ansicht nach etwas fehlen, dann sagt es mir bitte, damit ich diesen Startguide ergänzen kann. Wir sehen uns in den Tiefen der Galaxis! ;)